Zitate · 1999 · Scott McNealy

„Du hast sowieso keine Privatsphäre.“

Scott McNealy // Sun Microsystems

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Kennen Sie Scott McNealy?

Nein?

Aber vielleicht sagt Ihnen Sun Microsystems noch etwas.

Ende der 1990er Jahre gehörte das Unternehmen zu den großen Namen der Computerwelt. Im Januar 1999 stellte Sun seine Jini-Technologie vor. Geräte sollten sich darüber leichter finden, miteinander verbinden und Ressourcen teilen können.

Klingt erst einmal praktisch.

Dann wurde McNealy gefragt, welche Vorkehrungen zum Schutz der Privatsphäre vorgesehen seien.

Seine Antwort:

“You have zero privacy anyway. Get over it.”

Sinngemäß:

„Du hast sowieso keinerlei Privatsphäre. Gewöhn dich dran.“

Facebook gab es noch nicht. Instagram auch nicht. Kein modernes Smartphone in jeder Hosentasche, keine Smartwatch am Handgelenk und kein Sprachassistent im Wohnzimmer.

Trotzdem war die entscheidende Frage längst da:

Was passiert mit unserer Privatsphäre, wenn immer mehr Geräte miteinander kommunizieren?

McNealys Antwort war im Grunde keine Antwort. Sie erklärte den Verlust von Privatsphäre einfach zum Normalzustand – und die Gewöhnung daran zu unserem Problem.

Das ist bequem.

Vor allem für diejenigen, die Technik entwickeln, Daten verarbeiten oder neue Dienste verkaufen möchten.

Technik kann viel. Sie entscheidet aber nicht allein

Heute wissen wir, wie schnell aus einzelnen Funktionen eine dauerhafte Datenspur werden kann.

Ein Smartphone kann Standorte kennen. Eine Uhr kann Bewegungen erfassen. Ein Fernseher kann online sein. Apps können sich mit Analyse- und Werbediensten verbinden.

Das alles passiert aber nicht, weil Naturgesetze es verlangen.

Es passiert, weil Geräte, Apps und Geschäftsmodelle so gebaut wurden.

Ein vernetztes Gerät muss nicht zwangsläufig jede Information an irgendeine Cloud schicken. Eine App muss nicht zwangsläufig Werbetracker enthalten. Und eine nützliche Funktion wird nicht automatisch nutzlos, nur weil ich bei der Datenerfassung Nein sage.

Privatsphäre verschwindet nicht, weil Technik moderner wird. Sie verschwindet dort, wo ihr Verlust als alternativlos verkauft wird.

Vielleicht hatte McNealy mit seiner düsteren Einschätzung recht: Vollständige Privatsphäre war schon 1999 schwer und ist heute sicher nicht leichter geworden.

Aber aus „schwierig“ folgt noch lange nicht „aufgeben“.

Deine Daten. // Deine Entscheidung.

Sie müssen nicht jedes vernetzte Gerät killen.

Sie können aber fragen:

Welche Daten entstehen hier? Bleiben sie auf dem Gerät? Werden sie übertragen? Kann ich das abschalten? Gibt es eine Alternative, die mit weniger auskommt?

Und wenn Ihnen jemand sagt, Sie sollten sich einfach daran gewöhnen?

Dann darf Ihre Antwort auch 2026 noch lauten:

Nöö. Muss ich nicht.

Quellen

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